Bericht "Bachern hat jetzt einen Sportverein"

Gemeinde stellt Grundstück für Sportplatz zur Verfügung — Philipp Hagg neuer Vorsitzender

In der Gaststätte "Hackl" fand die Gründungsversammlung des neuen Sportvereins statt. Philipp Hagg, der schon vor längerer Zeit mit den Vorbereitungen begann, konnte Bürgermeister Leonhard Gastl, den Stadtkaplan aus Schrobenhausen, Anton Keller, sowie die zahlreich erschienenen Sportfreunde aus Bachern, begrüßen. Ein besonderer Gruß galt den Sportfreunden aus Ottmaring, die zu diesem Ereignis eine Abordnung stellten.

Nach Verlesen der Tagesordnung berichtete Philipp Hagg über Aufgaben und Probleme, auf die der neugegründete Verein im Laufe der Zeit stoßen werde. Obwohl Bachern schon im Jahre 1029 urkundlich erwähnt wurde, existierte bis zum vergangenen Sonntag noch nie ein Sportverein in der Gemeinde. Es waren in früheren Zeiten schon Bemühungen im Gange, einen Sportverein zu gründen, sie sind aber, auch durch den Krieg bedingt, nicht zustandegekommen. Mit gutem Recht konnte dann Philipp Hagg sagen: "Was lange währt, wird endlich gut." Dies würde ein besonderer Tag für die Gemeinde Bachern sein.

Allerdings kann man sich einen Sportverein ohne Sportplatz kaum vorstellen. Es müssen daher von den Jungen und von den älteren Mitgliedern noch große Opfer und Anstrengungen gebracht werden, um einen Sportplatz zu schaffen. Das Gelände wird von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Bis das erste Spiel durchgeführt werden kann, müssen ca. 5000 Kubikmeter Erdreich bewegt werden. Bei Verhandlungen mit der Firma Frisch in Kissing erklärte sich diese sofort bereit die erforderlichen Maschinen und das Bedienungspersonal kostenlos zu stellen. Die Kosten für das Dieselöl hat jedoch der Verein zu tragen. Philipp Hagg bat alle Anwesenden, sich bei der geplanten Haussammlung nicht kleinlich zu zeigen, da das gesamte Bauvorhaben schließlich der Allgemeinheit zugute käme. Der neue Fußballplatz soll auch den Kindern der Gemeindeschule als Sportplatz dienen.

Der Vereinsname "Sportfreunde Bachern" ist von allen Anwesenden gebilligt worden. Alle erwachsenen Mitglieder haben einen Monatsbeitrag von 1 DM, Jugendliche von 14 bis 18 Jahren 0,50 DM Monatsbeitrag zu entrichten. Kinder brauchen keinen Monatsbeitrag zu zahlen. Für alle Mitglieder, die ihren Wehrdienst ableisten müssen, übernimmt der Verein für diese Zeit die Beitragszahlung. Um die Wahl der Vorstandschaft durchführen zu können, haben sich 52 Gründungsmitglieder eingetragen. Von diesen 52 Mitgliedern waren 42 wahlberechtigt.

Die gesamte Vorstandschaft wurde in geheimer Wahl gewählt. Zum ersten Vorstand wählte man einstimmig Philipp Hagg. Für das ihm entgegengebrachte Vertrauen bedankte er sich mit den Worten: "Es ist mir bewußt, daß sehr viel Arbeit auf mich hereinbrechen wird." - Ferner wählten die Anwesenden als zweiten Vorstand Mathias Metzger, zum ersten Kassier Georg Stadlmeir jun., zu dessen Stellvertreter Johann Obermair, zum ersten Schriftführer Josef Huber, zum zweiten Schriftführer Leonhard Büchler und zum technischen Leiter Hermann Mayr. Als Vereinsrevisoren fungieren Alois Mahl und Leonhard Obermair. Hermann Mayr verlas anschließend den Kassenbericht des bisherigen "wilden Vereins". Dieser hatte 595 DM Einnahmen und schon 408 DM Ausgaben. Den Rest von 187 DM schrieb man dem neu gegründeten Verein zu.

Der zweite Vorstand des SV Ottmaring, Günther Galle, übermittelte die besten Grüße seines Vereins und sprach zugleich den Wunsch aus, stets in einem guten nachbarschaftlichen Verhältnis zusammenzuarbeiten. Als Starthilfe überreichte er Philipp Hagg einen Flutlichtball. - Kaplan Anton Keller, der aus der Gemeinde Bachern stammt, gab zu verstehen, daß die Gründung des Sportvereins eine große und erfreuliche Leistung der Jugend sei. Für die Zukunft wünschte er allen Sportbegeisterten, außer erfolgreichen Spielen, eine echte Kameradschaft. Um den neuen Verein auch "finanziell unter die Arme zu greifen", überreichte er Philipp Hagg eine Spende von 100 DM.

Zum Schluß führte Philipp Hagg an, daß man sich in diesem Jahr das Ziel nicht zu hoch stecken sollte. Das Hauptanliegen ist und bleibt der Ausbau des Sportplatzes. An die Gemeinde richtete er jedoch den Wunsch, daß sie die Jugend nicht im Stich lassen dürfe, denn die Jugend wäre für die Gemeinde bisher immer aufgeschlossen gewesen.

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