Premierenbericht Ein guter Einfall

Zeitungsbericht in der FA am 28.12.2005

Und die Mutter muss am Ende alles richten...

"Ein guter Einfall" heißt das Theaterstück, das die Sportfreunde Bachern zum 25-jährigen Jubiläum des Vereins aufführen. "Wir wollten kein Stück nur mit Kalauern, wir wollten ein lustiges Stück, in dem sich Jung und Alt wiedererkennen, passend zu unserem Jubiläum", betonte Spielleiter Josef Friedl. Und genau wie im richtigen Leben setzten die theaterfreudigen Sportler den Generationskonflikt auf tragikomische Weise in Szene.

Da ist der Austragsbauer Kaspar (Dieter Rittweger), der sich tierisch über alle Neuerungen ärgert, die der Schwiegersohn auf seinem Hof einführt, ohe ihn auch nur zu fragen. Und umgekehrt wollte sich der Schorsch (Thomas Bichler), Ehemann der Tochter Loni, vom Altbauern nicht dreinreden lassen. Einfach köstlich ist Rittweger, wenn er vor Freude wie Rumpelstilzchen über die Bühne springt, weil es ihm gelungen ist, den Nachfolger auszutricksen. Verständlich erschien seine Schadenfreude, titulierte ihn der Jungbauer doch als "altes Graffel".

Unterstützung fand der Altbauer bei seiner Magd Emerenzia. Gerdi Gold in Küchenschürze und Gummistiefeln fand es auch nicht toll, wenn der Bauer ihr mit der typischen Gebärde an die Stirn "Bei dir machts ja DRRRR" angeborene Dummheit anlastete. Magd und Altbauer fanden das richtige Mittel, dem Bauern kräftig einzuheizen. Der Diebstahl des Firstbaumes war beschlossene Sache. Daran konnten auch die beiden Töchter Loni (Monika Gasti) und Liesl (Bühnenneuling Stefanie Arlt) nichts ändern. Ebenfalls Premiere hatte Christian Schlosser in der Rolle ihres Liebsten, des Zimmerers Sepp. Als Maurermeister Alois glänzte Helmut Mühlbauer, der den Macho verkörperte und das schlechte Gewissen darstellte. Knecht Quirin (Stefan Kienle) hatte die Lacher immer aufseiner Seite. Als Ehemann der Emerenzia hatte er wenig zu lachen, dafür immer ein Kissen vor dem Nachthemd. Und sein ungewolltes Suppeprusten, sorgte ganz eindeutig für herzhaftes Vergnügen im Publikum und auf der Bühne. Und wie im richtigen Leben musste für ein Happyend die Mutter alles richten. Austragsbäuerin Annamirl (Traudi Volk) hatte den guten Einfall und half dem Ehegatten aus der Klemme.

Austragsbauer Kaspar (Dieter Rittweger) und Magd Emerenzia (Gerdi Gold) heizen dem Jungbauern kräftig ein. Bild: Petra-Sabrina Herrmann

Für ein Lustspiel in drei Akten hat sich die Theatergruppe der Sportfreunde Bachern diesmal entschieden. Mit seinem Programm deckte der Verein eine breite Palette des bayrischen Alltagslebens ab. Schon im Frühjahr traf der Verantwortliche Josef Friedl eine Vorauswahl an in Frage kommenden zehn bis zwölf Theaterstücken. "Beim Lesen überlege ich mir, welche Leute können welche Charaktere übernehmen, was kann man auf der Bühne machen", sagte Friedl. Anschließend geht es ab Oktober mehrmals pro Woche ernsthaft zur Sache, werden Sprech- und Spielproben abgehalten.

So ist für Technik und Bühnenbau Anton Hörmann verantwortlich, um die Requisite kümmert sich Melanie Friedl. Für die Maske sind Helga Altmann und Traudi Holzleitner zuständig. Höchste Konzentration erfordert die Aufgabe der Souffleuse Heide Mühlbauer. "Wir haben ganz wenig Aussetzer, aber man muss voll dabei sein", war sich die Souffleuse der Wichtigkeit ihrer Aufgabe bewusst.

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